Thema der Woche
Talents

Zwei auf einen Schlag

Wer „Golf und Karriere“ hört, denkt wohl in erster Linie an das Klischee von Wirtschaftskapitänen in Pullunder und Bundfaltenhose, die Geschäftliches auf dem Golfplatz besprechen und grosse Deals eintüten. Für Jeremy Freiburghaus sind die beiden Begriffe ganz real und in mehrfacher Hinsicht mit einander verbunden. Er steht als Golf-Amateur regelmässig an internationalen Turnieren auf dem Green und arbeitet an seinem Traum Golfprofi zu werden. Bis er dieses Ziel erreicht, verdient er sich seinen Lebensunterhalt bei 08EINS, im Beruf, den er gelernt hat: Informatiker. Jeremy bringt Beruf und Golfkarriere unter einen Hut – auch dank der Hilfe seines Arbeitgebers.

Talente fördern
08EINS hat sich der Förderung von Talenten verschrieben. Die beginnt bei Besuchstagen von Kinderkrippen im Bureau von 08EINS, geht über Schnupperkurse für Schüler, sechs Lehrstellen in den Bereichen Informatik, Interactive Media Design oder Mediamatik bis hin zur langjährigen Unterstützung von Tennis-Talent Simona Waltert.

„Die positiven Überraschungen trifft man nicht auf ausgetretenen Pfaden.“

Eine Frage der Kultur
Für 08EINS-Geschäftsführer Haempa Maissen ist es ein Engagement, zu dem er sich als Unternehmer verpflichtet fühlt: „wir können nicht ständig darüber lamentieren, dass der Nachwuchs fehlt und gleichzeitig in unserer Vorstellung vom idealen Karriereweg so festgefahren sein, dass jegliche Flexibilität verloren geht. Junge Menschen sollen gefordert und gefördert werden.“ Manchmal bedeute das auch, dass man einen eher unkonventionellen Weg gehen müsse. „Die positiven Überraschungen trifft man nicht auf ausgetretenen Pfaden.“ 08EINS pflegt eine Kultur, die es zulässt, eine Golfkarriere und die Aufgaben als Applikationsentwickler unter einen Hut zu bringen.

Bester Amateur-Golfer der Schweiz
Um Profi zu werden braucht man ein Handicap von 4.5 und muss von einem PGA-Verband (Professional Golfers Association) aufgenommen werden. Voraussetzungen, die Jeremy schon seit einiger Zeit erfüllt. „Es lohnt sich aber nicht, zu früh zu wechseln“. Profis dürfen nicht mehr bei den Amateur-Turnieren teilnehmen, sondern nur noch auf den Profi-Touren. Zurzeit ist Jeremy der erfolgreichste Amateur-Golfer der Schweiz. Im Moment verteidigt er seinen Titel am Northern Amateur Open in Johannesburg und ist gleichzeitig für seine 08EINS-Kollegen erreichbar, wenn an einem seiner Web-Projekt etwas angepasst werden muss.

Erste Schwünge als Dreijähriger
Jeremys Vater ist Golftrainer in Domat/Ems. Als Dreijähriger hatte Jeremy seinen ersten Golfschläger in Händen. Als Fünfjähriger hatte er sein erstes Juniorentraining und im Alter von sieben machte er das erste Handicap. Ab 2011 spielte er in der Schweizer Junioren-Nationalmannschaft und seit 2014 in der Herren-Nationalmannschaft.

Schwierige Suche nach Teilzeit-Job
Dazwischen machte er eine Lehre als Informatiker, die er 2016 abgeschlossen hat. Nach der Lehre konzentrierte er sich während eines Jahres ausschliesslich auf den Golfsport. Da man als Golf-Amateur – auch als hervorragender – nicht allzu viel verdient, suchte er nach dem Golf-Jahr nach einer 50%-Anstellung als Informatiker. Kein einfaches Unterfangen.

Es braucht von beiden Seiten Vertrauen und Mut

Zwei Karrieren
Heute arbeitet Jeremy als Software-Entwickler bei 08EINS. Er kann sich auf die Webentwicklung konzentrieren und gleichzeitig seine Golfkarriere vorantreiben. Dafür braucht es von beiden Seiten Vertrauen und den Mut neue Wege zu gehen. In klassischen Anstellungsmodellen hätte er sich für das eine oder das andere entscheiden müssen. Dabei wäre ein guter Informatiker oder aber ein vielversprechendes Golftalent auf der Strecke geblieben.

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