Thema der Woche
Talents

Weltherrschaft und Reichtum – aber wie?

Nach Primar- und Sekundarschule war ich noch ziemlich unfertig. Ich hatte keinen konkreten Plan für meine Zukunft. Klar, abstrakte Vorstellungen von Weltherrschaft und unermesslichem Reichtum waren vorhanden. Der Weg dorthin aber vor allem eines: unklar.
Ich ging als erstes einmal den Weg des geringsten Widerstandes und machte die Handelsmittelschule. Im Praktikum habe ich meine ersten unsicheren Schritte im Berufsleben gemacht und
als Supplement gelernt, dass «Er ist grad aufm Klo» am Telefon nicht zwingend die beste Antwort auf die Frage «Ist der Chef da?» ist.
Die Berufsmaturität schien mir danach eine gute Variante zu sein. Ich machte mein zweites Praktikum an der Kasse der Bergbahnen meines Heimatdorfes, schlug mich mit dem einen oder anderen mühsamen Feriengast herum und schrieb meine Berufsmatura-Arbeit.
Da ich in meinen 20ern das mir eigene Sendungsbedürfnis mit der Fähigkeit zu kommunizieren gleichsetzte, gab es für mich nur eine Option: Studium in Journalismus und Organisationskommunikation an der Fachhochschule. Meine Kolumne im Studierenden-Magazin kam dabei besser an als alle meine Ergüsse im Bereich Medienforschung. Ich bin eher Praktiker als Theoretiker. Dies bestätigte sich mir auch vor gut einem Jahr, als ich an meiner Master-Arbeit sass und die Strukturationstheorie von Anthony Giddens verfluchte.
Ich habe über die Jahre die eine oder andere Schulbank gedrückt, mich mit Tabellen und Theorien herumgeschlagen und mich durch Stapel von Literatur gekämpft. Das hat mich geschliffen und mit zu dem gemacht, was ich bin.
Ich hatte und habe in jeder Stufe meiner Bildung die Möglichkeit, eine neue Richtung einzuschlagen. Heute kann ich meine Kreativität ausleben und schreiben. Die Feder ist stärker als das Schwert. Vielleicht klappt es noch mit Weltherrschaft und unermesslichem Reichtum.

Ähnliche Beiträge