Thema der Woche
Maissen meint

Vom Wandel unserer Fertigkeiten für die Zukunft

08EINS-Geschäftsführer Haempa Maissen macht sich in seinem Blog bei der Südostschweiz-Online Gedanken zum Thema Arbeitsplatz Graubünden.

«Nichts ist so beständig wie der Wandel». Dessen war sich Heraklit von Ephesus schon 500 v. Chr. bewusst. Den heute meist genannten Wandel kennen wir unter dem Namen Digitalisierung. Sie ist in voller Fahrt und stellt uns, unser Leben und unsere Welt vor neue Herausforderungen. Diesen können wir uns stellen – erfolgreich, sofern wir den Beweis erbringen, dazu bereit zu sein, etablierte Fähigkeiten zu verlernen und neu zu lernen.

Die Zeit, in der Macher die einzige treibende Kraft waren, ist vorbei. Wir brauchen mehr Veränderer. Denn mit der digitalen Revolution verändern sich die Anforderungen an uns als Individuen. Sicher, einige Berufsbilder werden wohl digitalisiert und dadurch weniger gefragt sein oder ganz verschwinden. Dies heisst jedoch nicht, dass es weniger Arbeitsplätze geben wird. Vielmehr werden emotionale Kompetenzen, kritisches Denken, das kreative Lösen von Problemen und die Fähigkeit zu motivieren – uns selbst und unser Umfeld – noch stärker gewichtet werden. Wir müssen mit der Zeit gehen – von Machern zu Veränderern werden.

Es wird immer Umsetzer brauchen. Gleichzeitig werden Veränderer je länger je wichtiger. Neue Herausforderungen, neue Arbeitsmodelle und neue Formen der globalen Zusammenarbeit werden weiterentwickelte Berufsbilder mit angepassten Anforderungen hervorbringen. Mit dem Willen zur Veränderung und der Bereitschaft alte Zöpfe abzuschneiden, können wir uns alle, als Gesellschaft, als Betrieb und als Individuum auf eine digitalisierte (Arbeits-) Welt vorbereiten.

Management-Skills, Leadership und Passion werden noch zentralere Voraussetzungen für den Erfolg von Führungskräften. Es wird vermehrt darum gehen, herauszufinden, wo Mitarbeitenden der Schuh drückt und diesen Herausforderungen kreativ und abseits ausgetretener Pfade zu begegnen. Führungskräfte werden Ziele noch klarer formulieren und den Mitarbeitenden die Sinnhaftigkeit der eigenen Tätigkeit noch stärker vermitteln müssen. Dazu braucht es Mut zum Risiko und den Abschied vom reinen Verwalten.

Man wird als Chef erkennen müssen, dass nicht alle Mitarbeitenden um jeden Preis Karriere machen wollen. Jeder will geführt und verstanden werden. Fachspezialisten werden vermehrt Fachspezialisten bleiben wollen und dürfen nicht in neue Funktionen gezwungen werden. Viel erfolgsversprechender ist es, wenn Führungskräfte herausfinden, wo der Einzelne der Beste ist und seine Fähigkeiten am besten einsetzen kann. Dort hat er die höchste Motivation – unabhängig von seiner Ausbildung.

Wir sollten das Delta zwischen Fremd- und Eigenbild erkennen und verstehen. Wir sollten uns fragen, ob wir am richtigen Ort, in der richtigen Funktion sind. Es braucht Selbstreflexion und den Mut zur Veränderung. Sei es mit einem Wechsel in eine andere Branche, mit dem Verlernen alter Gewohnheiten oder mit dem erlernen neuer Fähigkeiten. Jeder muss seine eigene Position überdenken.

«Nichts ist so beständig wie der Wandel» – die Fahrt in Richtung Digitalisierung hat begonnen. Nun liegt es an uns, den Wandel mitzugestalten und zu entscheiden, ob wir am Steuer sitzen wollen, oder als Beifahrer mitfahren. Ob wir weiterhin Macher sein wollen, oder aber lieber Veränderer.

 

Umfrage zum Blog


Ähnliche Beiträge