Thema der Woche
Maissen meint

Spieglein, Spieglein – Liken oder forschen?

Bequemlichkeit ist Mittelmass. Sie bringt uns dazu, einen Sonnensonntag beim Game-of-Thrones-Marathon auf dem Sofa zu versäumen. Sie sorgt dafür, dass wir die eingetrocknete Gratinform sicherheitshalber erst mal zwei Tage einweichen, bevor wir sie spulen. Sie ist schuld daran, dass wir in erster Linie nur als News wahrnehmen, was uns in der Facebook-Timeline entgegenflimmert.
Weil wir bequem sind, tendieren wir dazu, zu liken, statt zu forschen. Wir feiern Katzenvideos, nachdenkliche Sprüche mit Bildern und Schmink-Tutorials auf YouTube. Wir regen uns über Skandal-Posts auf, ohne zu bemerken, wie tendenziös, mit welcher Hidden-Agenda diese mitunter gepostet worden sind. Wir hinterfragen Absender nur so lange, bis wir auf die nächste Fail-Compilation treffen. Bequemlichkeit macht uns träge. Im Kopf — und schlimmer noch — im Geiste.
Was hat das ganze nun mit Karriere zu tun, mag sich der geneigte Leser fragen. Es ist relativ simpel: Treten Sie der Bequemlichkeit hin und wieder in den Hintern. Nehmen Sie sich die Zeit, die Krümel ausserhalb des Tellerrands zu betrachten und zu erfahren, was sonst noch so auf dem Tisch zu finden ist.
Forschen Sie fünf Minuten länger, als Sie für eine Google-Suche brauchen. Sie werden bessere, ausgereiftere und anspruchsvollere Resultate erzielen. Dann ist das schlechte Gewissen über die dreckige Gratinform beim nächsten Game-of-Thrones-Marathon weniger gross. Versprochen.
Liken
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Forschen
1. durch intensives Bemühen jemanden, etwas zu finden oder zu ermitteln, suchen.
2. sich um [wissenschaftliche] Erkenntnis bemühen.
3. erforschen, herausfinden.

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