Thema der Woche
Talents

Heute hier — morgen dort

Wir haben Massimo Oggiano, Prüfungsleiter und Berufsinspektor beim Amt für Berufsbildung des Kantons Graubünden drei Fragen zum Schweizerischen Bildungssystem gestellt.

Was versteht man konkret unter durchlässigkeit im Schweizerischen Bildungssystem?
Das Prinzip der Durchlässigkeit «Kein Abschluss ohne Anschluss». Nach Abschluss einer zweijährigen beruflichen Grundbildung kann eine lernende Person — je nach Möglichkeit des Berufsfelds — in eine verkürzte drei- oder vierjährige berufliche Grundbildung eintreten und einen weiteren Abschluss auf Stufe des eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses erlangen. Mit einem eidgenössischen Ausweis ist der Weg zur höheren Berufsbildung offen und wer eine Berufs-Matura abschliesst, kann an die Fachhochschule.
Was ist die grösste Herausforderung beim Übertritt von der Sekundarstufe I in die Lehre?
Die Umstellung in das Berufsleben. Anforderungen und Erwartungen haben sich verändert. Man ist ein aktives Mitglied eines Teams und man muss seinen Platz, seine Rolle in der Gruppe finden.
Praxis oder Theorie — gibt es den Königsweg?
In der Berufsbildung sind Praxis und Theorie eng miteinander verknüpft. In diesem Kontext ist der Lehrvertrag der Königsweg. Damit erlernt man einen Beruf auf theoretischer wie auch praktischer Basis. Wenn mit der Praxis die Lehre und mit Theorie der akademische Weg gemeint ist, gibt es keinen Königsweg. Es kommt auf die Ziele und die Interessen, Fähigkeiten und Ausprägungen jedes einzelnen an. Beim theoretischen Weg wird der Mangel an Praxis kritisiert, beim praktischen das spezialisierte Fachwissen für den ausgewählten Berufsbereich.

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