Mit neutralem Aussenblick auf die Metropolen

Beitrag zu «Alles schwarz in Graubünden?» in der Südostschweiz vom 01. Juni 2016

Marc Cadalbert, Vorreiter der Digitalisierung und Mitglied der Geschäftsleitung von 08EINS – Bureau für Einfallsreichtum beantwortet Fragen der Redaktion zum Zustand des Kantons Graubünden.

1. Darauf können die Bündner stolz sein:

Es gibt und gab schon immer viele Bündner mit nationaler oder internationaler Strahlkraft: Da wären NHL-Crack Nino Niederreiter, 10vor10 Moderator Arthur Honegger, Ex Novartis-Chef Daniel Vasella, Ex Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz, Architekt Peter Zumthor aus Haldenstein, Formel1-Motorenentwickler Mario Illien und natürlich die Altherren der Kunst Giacometti und Segantini. Wir haben das Potenzial, erfolgreich zu sein und können den Erfolg vorantreiben. Wir Bündner gehen Probleme auf eine einfache Art an. Kann sein, dass dies daran liegt, dass wir eine klare Sprache sprechen, klar erkennbar sind und somit auch über eine klare Identität verfügen. Wir haben aber auch den nötigen Durchhaltewillen, aufzusteigen, bis wir auf dem Hochplateau ankommen, wo es wunderschön ist und man den Blick von oben auf die Dinge hat.

2. Das sind die Stärken Graubündens:

Wir haben einen neutralen Aussenblick auf die Metropolen. Einen anderen pragmatischen Blickwinkel auf die Dinge. Wir schauen Probleme unverbraucht an. Ohne Scheuklappen und unvoreingenommen. Ausserdem sind wir so sympathisch, dass wir Vieles dürfen, was man anderen nicht durchgehen lässt. Als Bündner kann man – so soll es heissen – in Zürich verkehrt herum in den Kreisverkehr fahren oder auf dem Trottoir parkieren. Es wird einem nicht übel genommen, weil man Bündner ist. Dem Bündner wird verziehen. Dies erlaubt es uns, Probleme oder Missstände offen anzusprechen, ohne dass jemand sein Gesicht verliert. Durch die Sympathie, die wir geniessen, haben wir die Narrenfreiheit zu sagen, was nicht stimmt und wo man etwas verbessern muss. Das macht uns zu vertrauenswürdigen, offenen und ehrlichen Beratern, Chefs und Mitarbeitenden.

3. Deshalb lohnt es sich, in Graubünden zu leben/zu investieren:

Die schöne Natur alleine zieht nicht mehr. Klar, im Winter scheint hier oben die Sonne, während man weiter unten die Nebelsuppe löffelt. Das ist ein Argument, um Ferien in Graubünden zu machen. Um hier zu leben oder zu investieren, brauchen wir noch andere Argumente. Graubünden schafft Smile-Time und damit eine der Voraussetzungen für Spitzenleistungen. Ausserdem finde ich in Graubünden schnell viele Leute, die Gemeinsamkeiten mit mir haben, durch die ich aber zudem einen Blick auf komplett neue Aspekte des Lebens und der Welt erhalte. Der Bergbauer, der seinen Käse über einen Onlineshop verkauft. Der Industriespengler, der seine Auftragsverwaltung über eine Web-Applikation managed. Das freiwillige Festival-OK, das eine neue Website braucht. Unterschiedlichste Hintergründe und doch viele Gemeinsamkeiten. Graubünden und seine Bewohner verhindern, dass man in einem ideologischen Biotop versumpft – wie zum Beispiel in einer Metropole, in der man oft nur Lemming ist unter Lemmingen.

4. In Graubünden haben die Menschen eine Zukunft, weil …

…wir mit dem Claim „Die Ferienecke der Schweiz“ noch lange nicht angekommen sind. Das waren gute erste Schritte auf dem Weg unseres Kantons. Es gibt noch viele Abzweigungen, Herausforderungen und Aufgaben, die wir angehen können und müssen. Wir haben tolle und spannende Aufgaben vor uns. Aufgaben, die auch die nächsten Generationen noch beschäftigen und damit ernähren werden. Wir brauchen neue junge, unverbrauchte Leute, die diese Aufgaben mit aussergewöhnlichen Ideen und Einfällen in ihrem Kanton angehen. Dank der Digitalisierung ist es heute egal, ob jemand seine Aufgaben in Scuol oder Chur oder in Zürich oder New York angeht. Entsprechend kann man sich die schönsten Orte aussuchen, um zu arbeiten. Und zu den schönsten Orten der Welt gehört Graubünden nun mal definitiv.

5. Was gut ist, kann noch besser werden. Hier hat Graubünden noch Potenzial:

Viele vermeintlich versteckte Perlen sind bei uns angesiedelt: Trumpf und Hamilton sind Paradebeispiele für Industrie 4.0, die vollständig digitalisierte Abbildung der Wertschöpfungskette einer Firma; Integra Biosciences sind Vorreiter in ihrem Bereich; First Security hat ein IT-Sicherheitssystem, das europaweit eingesetzt wird; Inventx schafft am Standort Chur mehrere Dutzend neue Stellen, weil sie die IT für Swisslife machen dürfen. Das sind nur ein paar Beispiele für Innovationsperlen aus Graubünden. Das Potenzial hier ist enorm. Wir müssen aber dafür sorgen, dass die Ausbildungsplätze für all die Menschen, die dieses Potenzial ausschöpfen werden, auch hier in Graubünden angesiedelt werden oder bleiben. Wir nehmen diese Herausforderung wahr und bilden Lehrlinge aus, fungieren als Mentoren für Studierende der HTW und bieten Praktikumsplätze an. Zukunftsförderung ist eine Aufgabe für alle ansässigen Firmen. Gehen wir sie an. Für Graubünden, für unsere Zukunft, für uns.

Marc Cadalbert

Leiter Digitalisierung 08EINS

marc.cadalbert@08eins.swiss

Fachwissensbündler und Technologiegipfelstürmer. Strategischer Denker und Prozessoptimierer. Effizient durch Digitalisierung.

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